Mehr als 2.250 Einbürgerungen im Rhein-Neckar-Kreis: Rekordwert seit 25 Jahren – Türkei wieder größtes Herkunftsland

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Der Rhein-Neckar-Kreis informiert

So viele Einbürgerungen wie seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr hat die Einbürgerungsbehörde des Rhein-Neckar-Kreises im vergangenen Jahr verzeichnet: Insgesamt 2.253 Menschen erhielten 2025 die deutsche Staatsangehörigkeit. Gegenüber dem Vorjahr mit 1.571 Einbürgerungen entspricht dies einem Anstieg um 682 Personen beziehungsweise rund 43 Prozent. „Die Zahl der Einbürgerungen hat sich innerhalb weniger Jahre massiv erhöht. Das zeigt, dass viele Menschen, die schon lange hier leben, nun den letzten Schritt zur vollständigen gesellschaftlichen und politischen Teilhabe gehen möchten“, sagt Jürgen Gruber, Leiter der Einbürgerungsbehörde im Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis.
 
Mehr als 90 Prozent behalten ihre bisherige Staatsangehörigkeit
Von den insgesamt 2.253 eingebürgerten Personen waren 1.162 weiblich und 1.091 männlich. 417 der neuen deutschen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger waren minderjährig. Bemerkenswert ist zudem die hohe Zahl an Personen mit Mehrstaatigkeit: 2.090 Eingebürgerte konnten ihre bisherige Staatsangehörigkeit behalten. Hintergrund hierfür ist das zum 27. Juni 2024 in Kraft getretene Gesetz zur Modernisierung des Staatsangehörigkeitsrechts. Seitdem ist die doppelte Staatsangehörigkeit grundsätzlich möglich. Zudem wurde die reguläre Mindestaufenthaltsdauer für eine Einbürgerung von acht auf fünf Jahre verkürzt.
 
Nach dem Rekordjahr 2024 ging die Zahl der neu eingegangenen Anträge bei der Einbürgerungsbehörde im Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis zwar leicht zurück. Mit 3.126 Neuanträgen bewegte sie sich jedoch weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Im Vorjahr waren 3.682 neue Anträge eingegangen. „Die Möglichkeit, die bisherige Staatsangehörigkeit zu behalten, hat die Nachfrage nach Einbürgerungen spürbar verändert. Das zeigt sich insbesondere bei den Herkunftsländern und der weiterhin hohen Zahl laufender Verfahren“, erläutert Gruber. Von einer Entspannung könne dennoch keine Rede sein. Derzeit bearbeitet die Einbürgerungsbehörde noch rund 5.500 laufende Verfahren. Hinzu kommen Personalfluktuation, krankheitsbedingte Ausfälle sowie Schwierigkeiten bei der Nach- und Neubesetzung von Stellen. „Die Zahl der Neuverfahren ist zwar leicht zurückgegangen, von einer Entspannung kann aber keine Rede sein. Die Bearbeitung von rund 5.500 laufenden Verfahren stellt unsere Mitarbeitenden weiterhin vor große Herausforderungen“, so Gruber.
 
Die eingebürgerten Personen stammen aus mehr als 80 Staaten rund um den Globus. Erstmals seit mehreren Jahren liegt die Türkei wieder deutlich an der Spitze der Herkunftsländer. Insgesamt 440 Menschen mit türkischer Staatsangehörigkeit erhielten 2025 im Rhein-Neckar-Kreis die deutsche Staatsangehörigkeit. Im Vorjahr waren es noch 164 gewesen. Auf Platz zwei folgt Syrien mit 283 Einbürgerungen (2024: 333). Den dritten Rang belegt erneut die Russische Föderation mit 183 Personen (2024: 94). Indien mit 90 sowie Kosovo mit 82 Einbürgerungen komplettieren die Top Fünf. Bemerkenswert ist insbesondere die Entwicklung Russlands: Noch vor wenigen Jahren gehörte das Land nicht einmal zu den zehn häufigsten Herkunftsstaaten eingebürgerter Personen im Rhein-Neckar-Kreis. Kosovo wiederum schaffte nach sechs Jahren erstmals wieder den Sprung unter die fünf stärksten Herkunftsländer.
 
Anteil der EU-Staaten sinkt weiter
Weiter rückläufig ist dagegen der Anteil von Menschen aus Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Spitzenreiter unter den EU-Ländern war 2025 Rumänien mit 39 Einbürgerungen (Vorjahr: 45). Es folgen Ungarn (38/14), Italien (29/62)), Polen (27/35) und Griechenland (26/23). Die Quote der Einbürgerungen aus EU-Staaten ist damit erneut gesunken. Lag sie im Jahr 2017 noch bei 43,6 Prozent, betrug sie 2025 lediglich noch 11,2 Prozent. „Viele Bürgerinnen und Bürger aus EU-Staaten genießen bereits ohne deutsche Staatsangehörigkeit weitreichende Rechte und Freizügigkeiten. Entsprechend geringer ist häufig der Anreiz für eine Einbürgerung“, erklärt Gruber. Angesichts der weiterhin hohen Zahl offener Verfahren und des anhaltend großen Interesses an Einbürgerungen dürfte die Arbeit seiner Behörde in den kommenden Jahren auf einem hohen Niveau bleiben.
 
INFO: Einbürgerungen im Rhein-Neckar-Kreis
Das Ordnungsamt, in dem die Einbürgerungsbehörde des Rhein-Neckar-Kreises integriert ist, steht für Rückfragen rund um das Thema Einbürgerungen unter der Telefonnummer 06221/522-1219, E-Mail: einbuergerung@rhein-neckar-kreis.de,  gerne zur Verfügung. Zu den Anforderungen, die Ausländer erfüllen müssen, um die deutsche Staatsbürgerschaft zu erlangen, gehören unter anderem ausreichende Deutschkenntnisse oder auch ein Überblick über die Rechts- und Gesellschaftsordnung in Deutschland. Letzteres wird im Normalfall durch einen erfolgreich absolvierten Einbürgerungstest abgefragt.