Landrat Stefan Dallinger: Steigende Flüchtlingszahlen (21.9.22)

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Der Rhein-Neckar-Kreis informiert

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Gemeinde Oftersheim - Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Rhein-Neckar-Kreis 2017

Rhein-Neckar-Kreis 2017

Landrat Stefan Dallinger macht auf steigende Flüchtlingszahlen aufmerksam – die Akquise neuer Unterkünfte wird allerdings immer schwieriger

Während die Corona-Pandemie nach wie vor – mehr oder weniger stark – im Bewusstsein der Menschen im Landkreis vorhanden ist, arbeiten die Behörden parallel an der Bewältigung einer weiteren großen Aufgabe: Die Rede ist vom ungebrochenen Zustrom geflüchteter Menschen, für deren Unterbringung im Rhein-Neckar-Kreis die Untere Aufnahmebehörde im Landratsamt zuständig ist. „Auch wenn das Flüchtlingsthema derzeit vielleicht nicht mehr so stark im Fokus der Öffentlichkeit steht, stellen wir klar fest und wollen das auch offen kommunizieren: Die Lage ist ausgesprochen ernst, denn angesichts der jüngsten Flüchtlingszahlen müssen wir davon ausgehen, dass eine Herkulesaufgabe auf uns zukommt. Die Zahlen Geflüchteter aus der Ukraine, aber insbesondere auch aus anderen Herkunftsländern steigen in den vergangenen Wochen stark an“, sagt Landrat Stefan Dallinger.

Je nach Entwicklung und Zuweisung durch das Regierungspräsidium Karlsruhe könnte sich die Situation ergeben, dass auch der Rhein-Neckar-Kreis wieder kurzfristig Notunterkünfte schaffen muss. In diesem Jahr sind bereits rund 130.000 Menschen nach Baden-Württemberg geflüchtet, davon 115.000 ukrainische Geflüchtete und 15.000 Asylsuchende. Das sind deutlich mehr als im Krisenjahr 2015. Allein bei den Asylsuchenden war es bereits im ersten Halbjahr der höchste Halbjahreszugang seit 2016. Bei den Zugangszahlen waren laut einer Mitteilung des baden-württembergischen Ministeriums der Justiz und für Migration auch in den Sommerferien von Woche zu Woche deutliche Zuwächse zu verzeichnen. Derzeit befinden sich im Rhein-Neckar-Kreis 1.443 Personen in der Vorläufigen Unterbringung, der Zugang im August lag bei 254 Personen (Stand jeweils 31. August 2022).

„Wir im Landratsamt – wie auch die kreisangehörigen Kommunen – arbeiten mit Hochdruck daran, weitere Aufnahmekapazitäten zu schaffen, aber die aktuellen Unterbringungskapazitäten sind stark ausgelastet. Die Akquise neuer Unterkünfte wird immer schwieriger“, sagt die zuständige Ordnungsdezernentin im Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis, Doreen Kuss. Nach wie vor ist der Landkreis auf der Suche nach bereits bestehenden größeren Immobilien – wie etwa Hotels oder Pensionen –, in denen geflüchtete Personen untergebracht werden können. „Wir erleben herausfordernde Zeiten und müssen in diesen als solidarische Gemeinschaft zusammenstehen. Wir bitten alle Menschen, die im Rhein-Neckar-Kreis eine größere Immobilie zur Verfügung haben, herzlich um ihre Mithilfe, damit wir den Flüchtlingen Schutz und zumindest ein Stückchen Normalität bieten können. Ich bedanke mich schon jetzt bei allen, die uns in dieser Situation tatkräftig unterstützen!“, so Landrat Dallinger abschließend.

Unterbringungsangebote (ehemalige Hotels oder Pensionen, ehemalige Supermärkte, frühere Alten- Pflegeheime, große Mehrfamilienhäuser, o.ä.) können an folgende Adresse gemeldet werden: unterkunftukraine@rhein-neckar-kreis.de