Internationaler Tag der Wiederbelebung (9.10.22)

Rubrik:

Der Rhein-Neckar-Kreis informiert

Herausgeber:

Gemeinde Oftersheim - Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Ein Schulkind übt unter Anleitung die Herzdruck-Massage. Foto: Deutscher Rat für Wiederbelebung e.V. (GRC)

Ein Schulkind übt unter Anleitung die Herzdruck-Massage. Foto: Deutscher Rat für Wiederbelebung e.V. (GRC)

Ein Projekt der Kommunalen Gesundheitskonferenz Rhein-Neckar-Kreis/Heidelberg
In einem Notfall Erste-Hilfe leisten zu können und zu wissen, was zu tun ist, gibt Sicherheit für sich selbst und das Umfeld. Durch die Einübung konkreter Maßnahmen in Notfällen können bereits Schülerinnen und Schüler Hilfsbereitschaft und Verantwortungsgefühl erwerben und sukzessive festigen. Damit leistet die Auseinandersetzung mit Themen der Ersten-Hilfe neben ihrem primären Ziel des Wissenserwerbes und der Hilfe in Notfallsituationen vor Ort auch einen wichtigen Beitrag zur Persönlichkeitsbildung.
Damit dies gelingen kann, hat sich in der 10. Kommunalen Gesundheitskonferenz des Rhein-Neckar-Kreises und Heidelberg im Jahr 2021 eine Arbeitsgruppe unter Einschluss der Hilfsorganisationen der Region und eines Vertreters des Programmes „Löwen retten Leben“ sowie Ärztinnen und Ärzten des Gesundheitsamtes des Landratsamtes Rhein-Neckar-Kreises, das auch für die Stadt Heidelberg zuständig ist, gebildet. Das Ziel der Arbeitsgruppe ist es, allen Schülerinnen und Schülern im Rhein-Neckar-Kreis und der Stadt Heidelberg strukturierte Kurse in Erster-Hilfe und Reanimation anzubieten.
Diese Arbeitsgruppe wird ab dem Herbst Erste-Hilfe-Kurse in den weiterführenden Schulen im Rhein-Neckar-Kreis und Heidelberg anbieten, die bisher keinen eigenen Schulsanitätsdienst haben. Ein zusätzlich erscheinender Wegweiser zur Ersten-Hilfe in Schulen soll dazu dienen, den Schulleitungen und den Verantwortlichen für die Notfall-Versorgung an den Schulen eine detaillierte Übersicht über die möglichen Programme und hilfreiche Adressen zur Verfügung zu stellen, so dass diese gezielt aktiv werden können.
So kann insbesondere die Einbindung von Heranwachsenden als Ersthelfende (in die Notfallversorgung von Personen mit Herz-Kreislauf-Stillstand) wirksam dazu beitragen, die Laienreanimationsrate im Land und der Region zu erhöhen. Sachgemäß durchgeführte Erste-Hilfe-Leistungen bzw. lebensrettende Sofortmaßnahmen durch Laien verkürzen das sogenannte therapiefreie Intervall bis zum Eintreffen professioneller Hilfe und haben damit entscheidende Auswirkungen auf die weitere Versorgung der Patientinnen und Patienten sowie deren Genesungsprozesse.
Schon seit 2015 wird die Wiederbelebung von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für alle Schülerinnen und Schüler im Unterricht ab der 7. Klasse empfohlen. Und tatsächlich ist die Ausbildung in Schulen eine der effektivsten, einfachsten und anhaltendsten Methoden, um die Reanimationsquote durch Laien zu steigern. Die Schülerinnen und Schüler dienen als Multiplikatoren im Familien- und Freundeskreis und tragen ihr Wissen nachhaltig weiter. Wiederbelebung kann dadurch für jeden erlebbar und durchführbar gemacht werden. Bereits im Jahr 2014 empfahl auch in Deutschland der Schulausschuss der Kultusministerkonferenz eine flächendeckende Einführung von Wiederbelebungs-Unterricht in Schulen. Diese Empfehlung wurde jedoch in den meisten Bundesländern bis heute nicht, beziehungsweise nicht flächendeckend, umgesetzt.
Warum ist das so wichtig?
Jährlich erleiden mehr als 70.000 Menschen in Deutschland einen Herz-Kreislauf-Stillstand - die dritthäufigste Todesursache. Bei einem Herz-Kreislauf-Still-stand zählt jede Minute. Allein drei Minuten ohne Sauerstoff können das Gehirn irreparabel schädigen. Fünf Minuten ganz ohne Sauerstoff und das Gehirn ist in nahezu allen Fällen unwiederbringlich geschädigt. Bis in Deutschland jedoch der Rettungsdienst eintrifft, dauert es durchschnittlich neun Minuten. Es ist daher unbedingt erforderlich, bei einem Herz-Kreislaufstillstand sofort mit einer Herzdruckmassage zu beginnen. Da der Herz-Kreislauf-Stillstand häufig außerhalb der Klinik auftritt, ist die Ausbildung von Laien, die zielgerichtet die ersten Schritte einleiten, für das Überleben der Betroffenen sehr wichtig. Doch nur in 42 Prozent der Fälle beginnen Laien vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes mit den Wiederbelebungsmaßnahmen. Die Überlebenschancen nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand können sich durch frühzeitige Erste-Hilfe verdoppeln bis verdreifachen. (Quelle BZgA, Abrufdatum 04.07.2022)
Aktion zum Tag der Wiederbelebung am 16. Oktober 2022
Zum Internationalen Tag der Wiederbelebung am 16. Oktober 2022 hat die Geschäftsstelle der Kommunalen Gesundheitskonferenz am Gesundheitsamt mit Unterstützung des DRK Kreisverband Rhein-Neckar/Heidelberg e.V., dem Malteser Hilfsdienst e.V. und der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. Regionalverband Baden in Heidelberg eine Aktion vorbereitet, bei der die Akteurinnen und Akteure der Hilfsorganisationen darauf hinweisen, dass durch rechtzeitige Reanimation jährlich viele Leben gerettet werden können:
• Ort: Heidelberg, Anatomieplatz, Hauptstraße 49 (Fußgängerzone)
• Dauer: 11.00 – 15.00 Uhr
• Personal des DRK Heidelberg, Malteser Hilfsdienst und Johanniter-Unfall-Hilfe beraten direkt vor Ort
• Aktionsstände und Reanimationspuppen laden zum Mitmachen vor Ort ein
• An einer Infotheke können Materialien mitgenommen werden