Städtebauliche Erneuerung
Städtebauliche Erneuerung - Ortsmitte II
Der Werdegang des Sanierungsgebietes Oftersheim – Ortsmitte II
2020
Antragstellung:
Gemeinsam mit Impulsen aus der Bürgerschaft haben Gemeinderat und Verwaltung 2020 zusammen mit der STEG Stadtentwicklung GmbH aus Stuttgart ein Gemeindeentwicklungskonzept „Strategie Oftersheim 2035“ auf den Weg gebracht. Auf der Basis dieser Grobanalyse folgte ein Förderantrag für die Aufnahme in das Bund-Länder-Programm „Sozialer Zusammenhalt“.
2021
Förderzusage:
Im Februar 2021 ging die sehr erfreuliche Nachricht bei der Gemeinde ein, dass der Förderantrag von Erfolg gekrönt war. Oftersheim wurde in ein Programm zur städtebaulichen Weiterentwicklung der Ortsmitte aufgenommen und erhielt zunächst eine Förderzusage über 1,3 Mio. EUR, die im Laufe der zehnjährigen Programmlaufzeit (01.01.2021 bis 30.04.2030) sogar noch aufgestockt werden kann.
Es handelt sich hierbei um eine Anteilsfinanzierung in Höhe von 60 % der zuwendungsfähigen und durch den Förderrahmen eingegrenzten Kosten. Dies bedeutet, dass die verbliebenen 40 % von der Gemeinde zu tragen sind. Die zuwendungsfähigen Kosten richten sich nach der Städtebauförderrichtlinie.
Einleitungsbeschluss für die Vorbereitenden Untersuchungen:
as Gremium hat in seiner Sitzung am 30.03.2021 den Einleitungsbeschluss über den Beginn der vorbereitenden Untersuchungen für das förmlich festgelegte Sanierungsgebiet gefasst. Die Vorbereitenden Untersuchungen sahen eine aktive Einbindung der Grundstückseigentümer*innen vor. Aufgrund der damaligen Pandemie-Lage erfolgte die Einbindung im Rahmen einer Online-Veranstaltung. Die STEG erläuterte im Auftrag der Gemeinde das weitere Vorgehen und informierte über die angestrebten Ziele des Gemeindeentwicklungskonzeptes.
Weiterhin wurden im Rahmen der Vorbereitenden Untersuchungen insgesamt 24 Träger öffentlicher Belange angeschrieben und um eine Stellungnahme zu dem geplanten Sanierungsgebiet gebeten. Bei der STEG gingen insgesamt 15 Rückmeldungen ein, die im weiteren Verfahren berücksichtigt wurden.
Es folgten eine Bestandsaufnahme und eine Bürgerbefragung, deren Ergebnisse im weiteren Verfahren als Entscheidungsgrundlage dazu dienten, dass die Notwendigkeit und Durchführbarkeit einer Sanierung dargelegt und gesichert werden konnten. Hierbei waren insbesondere die sozialen, strukturellen und städtebaulichen Verhältnisse sowie die anzustrebenden Sanierungsziele zu untersuchen.
Die Sommermonate wurden dazu genutzt, die Fragebögen auszuwerten, die an alle Eigentümer und Gewerbetreibenden übersandt wurden, deren Wohn- oder Geschäftsräume innerhalb des Untersuchungsgebietes lagen.
Beschlussfassung der Vorbereitenden Untersuchungen:
Der Gemeinderat konnte in der öffentlichen Sitzung am 14.12.2021 gleich mehrere Beschlüsse in Bezug auf die Ortskernsanierung fassen und somit das Sanierungsgebiet mit einer Gesamtfläche von ca. 9,6 ha abschließend auf den Weg bringen. So wurden neben der Satzung (PDF,111 KB) für das Sanierungsgebiet „Oftersheim – Ortsmitte II“ und dem dazugehörigen Abgrenzungsplan (PDF,307 KB) auch gleich die Förderquoten für die privaten Baumaßnahmen sowie die Förderquoten für die privaten Ordnungsmaßnahmen verabschiedet.
Die von der Gemeinde und der STEG erarbeiteten Gestaltungsrichtlinien sowie eine Informationsbroschüre (PDF,7,2 MB) zu den Sanierungsmöglichkeiten wurden ebenfalls vom Gremium beschlossen.
Im Rahmen der Vorbereitenden Untersuchungen erfolgte auch die Erarbeitung eines Neuordnungs- und Maßnahmenkonzeptes.
2022
Veröffentlichung der Vorbereitenden Untersuchungen:
Die Ergebnisse der Vorbereitenden Untersuchungen wurden im Februar 2022 veröffentlicht.
Sanierungsauftaktveranstaltung:
Am 29.06.2022 fand eine Sanierungsauftaktveranstaltung in der Kurpfalzhalle statt. Im Rahmen dieser Informationsveranstaltung erläuterte die STEG die Ziele des Sanierungsverfahrens sowie den Ablauf und die Möglichkeiten der entsprechenden Förderungen.
Entwicklungen im laufenden Jahr:
Ein erster privater Antrag für die umfassende Sanierung eines Wohngebäudes ging bei der Gemeinde ein und konnte positiv beschieden werden. Sie Arbeiten wurden 2023 abgeschlossen und das Projekt wurde abgerechnet.
2023
Ziele und Handlungsschwerpunkte liegen im Bereich der Ortsmitte bei den Themen Wohnen, Kommunale Neuordnungsbereiche, Verkehr, Erschließung und Freiraum. Konkret soll eine gestalterische Aufwertung und Schaffung von hoher Aufenthaltsqualität in der Ortsmitte, die Sicherung und Erhalt ortsbildprägender Gebäude, der Erhalt und die Modernisierung von Wohnungen im Bestand, die energetische Sanierung der Gebäudesubstanz, Schaffung von innerörtlichem und insbesondere altersgerechtem barrierefreien Wohnraum, die Bereitstellung bezahlbaren Wohnraums in der Ortsmitte, die Umnutzung ehemals landwirtschaftlich und gewerblich genutzter Gebäude zu Wohnzwecken sowie die Nutzung der Fläche des alten Feuerwehrgebäudes bevorzugt für Wohnungsbau mit gewerblicher Nutzung im EG umgesetzt werden.
Entwicklungen im laufenden Jahr:Bei den Maßnahmen handelt es sich teilweise um Projekte, die nur sukzessive und nach einer entsprechenden Planungs- und Vorlaufzeit realisiert werden können.
Im Jahre 2023 beriet der Gemeinderat mehrfach über die geplanten Inhalte des künftigen Bebauungsplans „Quartier Dietzengässel“ und musste über Grundstücksveräußerungen und -Ankäufe entscheiden sowie die Weichen für die weitere Vorgehensweise bezüglich des Kindergartens St. Kilian stellen.
Über eine weitere private umfassende Sanierungsmaßnahme konnte eine Vereinbarung getroffen werden. Die Arbeiten wurden 2024 abgeschlossen und der Zuschuss konnte ausbezahlt werden.
2024
Satzungsbeschluss Bebauungsplan „Quartier Dietzengässel“:
Im Juli 2024 verabschiedete der Gemeinderat den Bebauungsplan „Quartier Dietzengässel“ und stellte somit die Weichen für den Neubau von insgesamt 36 Wohnungen und einer Gewerbeeinheit.
Entwicklungen im laufenden Jahr:
Rückbauarbeiten:
Das Josefshaus und das Wohngebäude Dietzengässel 2 wurden während der Sommermonate ausgeräumt und die Vorbereitungen für den Rückbau erfolgten. Der Abbruch konnte im Oktober beendet werden.
Kindergarten St. Kilian:
Da der Kindergarten St. Kilian zurückgebaut und durch einen Neubau ersetzt werden soll, mussten die Kinder in ein modernes Containergebäude umziehen. Die Baugenehmigung für den Interimskindergarten wurde im November 2024 erteilt und unmittelbar im Anschluss begannen bereits die vorbereitenden Arbeiten und die Anlieferung der Container. Am 12.12.2024 erfolgte die Schlussabnahme und kurz darauf konnte der Umzug starten. Unmittelbar nach dem Jahreswechsel durften die Kinder das Interimsquartier beziehen, sich mit den neuen Räumlichkeiten vertraut machen und diese mit Leben füllen.
Die Baugenehmigung für den Neubau des Kindergartens St. Kilian liegt inzwischen vor.
Sofienstraße:
Die Straßen- und Kanalbauarbeiten in der Sofienstraße sind gestartet. Der Kanal muss in einer offenen Sanierung erneuert und größer dimensioniert werden. In der Folge wird auch der Straßenbelag vollständig erneuert und die Straße erhält ein neues Erscheinungsbild.
Private Maßnahmen:
Für mehrere private Ordnungsmaßnahmen konnten Vereinbarungen geschlossen und abgerechnet werden.
2025
Entwicklungen im laufenden Jahr:
Kindergarten St. Kilian:
Der Neubau des Kindergartens „St. Kilian“ entwickelt sich entsprechend dem Bauzeitenplan. Direkt neben dem Leimbach entsteht ein modernes Gebäude für vier Gruppen, die bereits im Frühjahr aus den Übergangscontainern zurückziehen werden. Am 19.09.2025 konnte das Richtfest gefeiert werden.
Sofienstraße:
Die Straßen- und Kanalbauarbeiten in der Sofienstraße konnten erfolgreich abgeschlossen werden. Die Gehwege sind entfallen und die Straße präsentiert sich nun als einheitliche Pflasterfläche. Das helle Pflaster sorgt für ein freundliches Erscheinungsbild der Anlieger-straße und wertet diese optisch deutlich auf.
Rückbauarbeiten:
Im Oktober erfolgte der Rückbau des Gebäudes Bismarckstraße 1, so dass sich nun die Fläche des künftigen „Quartier Dietzengässel“ bereits erahnen lässt. Auch diese Ordnungsmaßnahme wurde in das Förderprogramm aufgenommen.
Umfangreiche Tiefbauarbeiten zur Sicherung der Stromversorgung:
Da sich auf dem rückwärtigen Grundstück des alten Feuerwehrgerätehauses noch weiterhin benötigte Infrastruktur zur Stromversorgung des angrenzenden Wohnquartiers befindet, müssen hierfür zunächst Alternativen gefunden und diese baulich entsprechend umgesetzt werden. Die NetzeBW lässt in diesem Zusammenhang umfangreiche Tiefbauarbeiten ausführen und nimmt u.a. zwei neue Ortsnetzstationen und vorübergehend auch einen neuen Leitungsmast in der Ortsmitte in Betrieb. Mit dem Abschluss der Arbeiten wird im Frühjahr 2026 gerechnet. Im Anschluss an diese Arbeiten kann mit dem Rückbau der alten Feuerwehr gestartet werden.
Quartier Dietzengässel:
Die Baugenehmigungen für die Wohngebäude im Bereich der Mozartstraße, der Bismarckstraße und des Dietzengässels wurden erteilt.
Private Maßnahmen:
Für mehrere private Ordnungsmaßnahmen konnten Vereinbarungen geschlossen und abgerechnet werden.
2026
Bewilligung des ersten Aufstockungsantrags:
Ein erster Aufstockungsantrag der Gemeinde wurde durch das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen Baden-Württemberg positiv beschieden, so dass für anstehende Sanierungen zusätzliche 800.000 EUR zur Verfügung gestellt wurden.
Die Gelder sollen insbesondere für die interimsweise Unterbringung der Kinder des St. Kilian Kindergartens in dem modernen Containergebäude, sowie den Neubau des Kindergartens St. Kilian und für die notwendigen Voruntersuchungen für eine beabsichtigte umfassende Sanierung des Siegwald-Kehder-Hauses verwendet werden.
Das Siegwald-Kehder-Haus weist aufgrund des Gebäudealters aktuell einen erhöhten Unterhaltungsaufwand auf, der es notwendig macht sich mit einer Sanierung des Gebäudes intensiv zu beschäftigen. Ein Teil der nun bewilligten Fördermittel wird für eine Bestandsaufnahme und Vorplanung verwendet. Die für die Umsetzung der Sanierung tatsächlich benötigten Mittel sollen dann in einem weiteren Aufstockungsantrag beantragt werden. Sofern diese Fördermittel ebenfalls gewährt werden, könnte sich die Gemeinde in den Folgejahren mit der Umsetzung der notwendigen Sanierungs-maßnahmen auf den Weg machen.
Entwicklungen im laufenden Jahr:
Umfangreiche Tiefbauarbeiten zur Sicherung der Stromversorgung:
Die Tiefbauarbeiten befinden sich auf der Zielgeraden. Die neuen Ortsnetzstationen sind bereits in Betrieb und die Leitungen wurden umgeklemmt, so dass der Rückbau der bisherigen Energie-Infrastruktur auf dem Gelände des alten Feuerwehrgerätehauses erfolgen kann.
Rückbauarbeiten:
Die Abbrucharbeiten des alten Feuerwehrgerätehauses in der Mozartstraße 1a sind gestartet. Hierbei handelt es sich zunächst um die letzte Abbruchmaßnahme für das „Quartier Dietzengässel“. Unmittelbar im Anschluss werden die Bauarbeiten für den Neubau der Tiefgarage starten.