Hitze im Rhein-Neckar-Kreis

Sonne hinter Bäumen

Gesundheitsamt gibt Tipps für heiße Tage 

Der Sommer zeigt sich derzeit von seiner heißen Seite: Auch für die kommenden Tage werden im Rhein-Neckar-Kreis Temperaturen von deutlich über 30 Grad Celsius erwartet. Besonders belastend sind dabei sogenannte Tropennächte, in denen die Temperaturen nicht unter 20 Grad Celsius sinken. Der Körper kann sich dann nachts kaum erholen, was insbesondere für ältere Menschen, chronisch Kranke und Pflegebedürftige zur gesundheitlichen Belastung werden kann.
„Hitze ist nicht nur unangenehm, sondern kann die Gesundheit ernsthaft gefährden. Mit einfachen Maßnahmen lässt sich das Risiko jedoch deutlich senken“, erklärt Dr. Anne Kühn, Leiterin des Gesundheitsamts des Rhein-Neckar-Kreises, welches auch für die Stadt Heidelberg zuständig ist.
 
Oberrheingraben besonders betroffen
Klimafachleute gehen davon aus, dass die Region des Oberrheingrabens auch künftig besonders stark von Hitzeperioden betroffen sein wird. Die Kombination aus hohen Tageswerten und warmen Nächten belastet den menschlichen Organismus zunehmend. Umso wichtiger ist es, rechtzeitig vorzusorgen und auf Warnsignale des Körpers zu achten. Besonders gefährdet sind neben den bereits genannten Personengruppen auch die, die im Freien arbeiten und körperlich anstrengende Tätigkeiten verrichten
 
Körperliche Belastung vermeiden und Wohnung kühl halten
An heißen Tagen sollten anstrengende Tätigkeiten möglichst in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegt werden. Das gilt auch für Sport, Einkäufe oder Gartenarbeit. Während der heißesten Tageszeit – etwa zwischen 11 und 18 Uhr – sollte direkte Sonneneinstrahlung möglichst gemieden werden. Gelüftet werden sollte vor allem frühmorgens und nachts. Tagsüber helfen geschlossene Rollläden, Jalousien oder Vorhänge, die Hitze draußen zu halten. Außenliegender Sonnenschutz wirkt dabei besonders effektiv. Zusätzliche Wärmequellen wie nicht benötigte Elektrogeräte sollten möglichst ausgeschaltet werden.
 
Ausreichend trinken und leicht essen
Wichtig ist regelmäßiges Trinken – auch ohne Durstgefühl. Als grober Richtwert gelten etwa zwei bis zweieinhalb Liter Flüssigkeit pro Tag, wobei der individuelle Bedarf je nach Alter, Gesundheitszustand und körperlicher Aktivität variieren kann. Geeignet sind Leitungswasser, Mineralwasser oder ungesüßte Kräuter- und Früchtetees. Alkoholische und stark gezuckerte Getränke sollten möglichst vermieden werden. Empfehlenswert sind leichte Mahlzeiten mit hohem Wassergehalt, beispielsweise Obst, Gemüse oder Salate. Auch eine ausreichende Versorgung mit Mineralstoffen und Elektrolyten ist an heißen Tagen wichtig.
 
Luftige Kleidung und Sonnenschutz
Weite, helle und atmungsaktive Kleidung schützt vor Überhitzung. Im Freien sollten außerdem eine Kopfbedeckung, eine Sonnenbrille mit UV-Schutz sowie Sonnenschutzmittel verwendet werden. Besonders der Kopf sollte vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden.
 
Medikamenteneinnahme ärztlich abklären lassen
Bei der Abklärung zur Einnahme von Medikamenten können neben dem betreuenden Hausarzt/Hausärztin auch Apotheken Hilfestellung leisten. Zu Beachten sind die Einnahme an sich, die unter Umständen angepasst werden sollte, aber auch die Lagerung der Medikamente.
 
Auf Warnzeichen achten
Hitze kann zu ernsthaften Gesundheitsproblemen führen. Warnzeichen sind unter anderem Schwindel, Verwirrtheit, starke Kopfschmerzen, Erbrechen, Bewusstseinsstörungen oder eine stark erhöhte Körpertemperatur. In solchen Fällen sollte umgehend medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden. Bei akuten Notfällen sollte der Notruf 112 gewählt werden.
 
Auch auf Mitmenschen achten
Das Gesundheitsamt bittet darum, auch Familie, Nachbarschaft und Freundeskreis im Blick zu behalten. Gerade ältere oder alleinlebende Menschen äußern Beschwerden oft zurückhaltend. Ein kurzer Anruf, Hilfe beim Einkauf oder das Erinnern ans Trinken können an heißen Tagen viel bewirken. „Hitzeschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Wer auf sich selbst und auf andere achtet, kann dazu beitragen, gesundheitliche Risiken deutlich zu reduzieren“, so Dr. Kühn.
 
Infos und Tipps zum Hitzeschutz bietet das Gesundheitsamt auf seinem Hitzeportal unter www.rhein-neckar-kreis.de/hitzeschutz. Dort finden Interessierte unter anderem Hinweise zu Verhaltensempfehlungen, Warninformationen sowie weiterführende Angebote für besonders gefährdete Personengruppen. Ebenfalls hilfreich sein kann ein Blick in den „Hitzeknigge“, dem neben Tipps für das richtige Verhalten bei Hitze auch lokale Informationen zu Abkühlungsorten zu entnehmen sind. Der Hitzeknigge ist über das Hitzeportal des Kreises zu finden.