Schulterschluss für die Gesundheitsversorgung in der Region
Gemeinsame Presse-Erklärung
Die Bürgermeisterin und Bürgermeister des Sprengels Schwetzingen haben sich gemeinsam mit dem Ärztenetz Schwetzingen e. V. zu einem intensiven Austausch über die anstehende Gesundheitsreform getroffen. Im Mittelpunkt standen die konkreten Auswirkungen der Reform auf die medizinische Versorgung vor Ort – und die gemeinsamen Herausforderungen, denen sich Kommunen und Gesundheitswesen gleichermaßen gegenübersehen.
Im Gespräch wurde deutlich, dass sich die Situation der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in vielerlei Hinsicht mit der Lage der Kommunen vergleichen lässt. Beide Bereiche stehen unter einem erheblichen finanziellen und personellen Druck. Immer mehr Aufgaben treffen auf begrenzte finanzielle Mittel und einen zunehmenden Fachkräftemangel. Gleichzeitig altert die Gesellschaft, wodurch der Bedarf an medizinischer Versorgung weiter steigt. Das Ärztenetz Schwetzingen machte deutlich, dass die hochwertige medizinische Versorgung, wie sie viele Menschen noch vor wenigen Jahren gewohnt waren, unter diesen Rahmenbedingungen künftig nicht mehr uneingeschränkt aufrechterhalten werden kann. Dabei ging es ausdrücklich nicht um Politikschelte in Richtung des Gesetzgebers. Vielmehr warb das Ärztenetz um Verständnis dafür, dass die notwendigen Einsparungen im Gesundheitswesen zwangsläufig Auswirkungen auf die Versorgung vor Ort haben werden. Diese Einschätzung deckt sich mit den Sorgen vieler Kommunen, die ähnliche Entwicklungen in ihren Aufgabenbereichen erleben. Grundlage des Austauschs war auch ein offener Brief des Ärztenetzes an die Bürgermeister, in dem insbesondere vor den Auswirkungen des GKV-Spargesetzes auf die ambulante Versorgung und den Krankenhausstandort gewarnt wird.
Ein besonderes Anliegen neben einer guten ambulanten Versorgung aller Beteiligten ist der Erhalt des GRN-Standortes Schwetzingen. Das Krankenhaus ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Gesundheitsversorgung in unserer Region. Die Bürgermeisterin und Bürgermeister sowie das Ärztenetz sind sich einig, dass leistungsfähige ambulante Strukturen und ein starkes Krankenhaus zusammengehören und dauerhaft vor Ort gesichert werden müssen. Mit der Aufgabe des ärztlichen Bereitschaftsdienstes in Schwetzingen hat die Region bereits genug Federn gelassen, weitere Angebotsreduzierungen im medizinischen Bereich gilt es geschlossen gegenüberzutreten.
Um die Auswirkungen der Gesundheitsreform transparent zu beleuchten, wurde vereinbart, gemeinsam eine öffentliche Podiumsdiskussion zu organisieren. Hierzu sollen Vertreterinnen und Vertreter aus Bundes- und Landespolitik eingeladen werden. Ziel ist es, gemeinsam mit Ärzteschaft, Kommunen und Bürgerinnen und Bürgern offen darüber zu diskutieren, welche Veränderungen notwendig werden und welche konkreten Folgen diese für die Menschen vor Ort haben. Denn eins steht fest: Die Herausforderungen lassen sich nicht wegdiskutieren. Fachkräftemangel und demografischer Wandel werden zu Veränderungen im sozialen und medizinischen Versorgungssystem führen. Umso wichtiger ist es, frühzeitig gemeinsam nach Lösungen zu suchen und die Interessen der Region geschlossen zu vertreten. Nur im Schulterschluss zwischen Kommunen, Ärzteschaft und den politisch Verantwortlichen kann es gelingen, die Gesundheitsversorgung auch künftig möglichst wohnortnah und leistungsfähig zu erhalten.“