Aus der Vergangenheit

Die Kurpfalz war mit der im Jahre 1576 eingeführten Schulpflicht Vorreiterin in Sachen Bildung. Kinder mussten sechs Jahre lang von Martini bis Ostern zur Schule gehen.

Erste Nachweise eines Schulwesens in Oftersheim gibt es aus der Zeit um 1700. Damals betrieben die Kirchengemeinden der verschiedenen Konfessionen noch eigene Schulen. So befand sich im Ort eine Schule der in der Bevölkerung mehrheitlich vertretenen Reformierten, und auch die zahlenmäßig unterlegenen Katholiken verfügten über ein eigenes Schulwesen. Eine Schule der lutherischen Minderheit gab es nicht. Lutheraner mussten daher ihre Kinder entweder in die katholische oder reformierte Schule schicken.

Ein durchgängiger Schulunterricht fand in der Regel ausschließlich in den Winter- und ersten Frühjahrsmonaten, d.h. von Martini (11. November) bis Georgi (23. April) statt, da die Kinder vornehmlich in den Sommer- und frühen Herbstmonaten in der Landwirtschaft als Arbeitskräfte gebraucht wurden. Zur Anzahl der Kinder an den Schulen geben die kurpfälzischen Generaltabellen Aufschluss, aus denen hervorgeht, dass im Jahre 1784 31,6% der Jungen und 30,6% der Mädchen eine Schule besuchten. Aufgrund der wirtschaftlichen und sozialen Umstände gehörte ein regelmäßiger Schulbesuch nicht zum Alltag.

Im 19. Jahrhundert fiel das Oftersheimer Schulwesen in den Zuständigkeitsbereich der politischen Gemeinde. Die Schulpflicht wurde in dieser Zeit allmählich durchgesetzt. Obwohl noch, jeweils getrennt nach Konfessionen, eine katholische sowie eine reformierte Schule bestanden, war fortan die Gemeinde für die Finanzierung der Schulen zuständig.

Eine endgültige Auflösung der Konfessionsschulen erfolgte im Jahre 1876. In einer zusammengelegten überkonfessionellen Schule wurden im Schuljahr 1876/1877 insgesamt 308 Schüler, davon 222 evangelische Schüler und 86 katholische Schüler, von drei Hauptlehrern unterrichtet. Bei kontinuierlich wachsender Schülerzahl (bereits im Schuljahr 1884/1885 waren es über 430 Schüler) mussten weitere Lehrkräfte eingestellt werden. Zudem war es nötig, ein größeres Schulgebäude zu errichten. Hierzu kam es im Jahre 1888 mit dem Bau des sogenannten Mittleren Schulhauses – dem heutigen Altbau der Friedrich-Ebert-Schule –, das mit drei Unterrichtsräumen und einer Lehrerwohnung ausgestattet war. Um 1911 wurde außerdem ein dreigeschossiges Schulhaus mit sechs Unterrichtsräumen gebaut, dem heutigen Hauptgebäude der Friedrich-Ebert-Schule.