Paukenschlag beim ISTAF – Mihambo springt Weltjahresbestleistung

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Gemeinde Oftersheim - Sport- und Kulturamt

Wie steckt es ein Sportler weg, wenn er sich seinen großen Traum einer internationalen Goldmedaille erfüllt und über Wochen hinweg auf einer Erfolgswelle reitet? Häufig kommt es vor, dass solchen Athleten schnell alles über den Kopf wächst, sie erst einmal von einem Leistungstief eingeholt werden und vor lauter Medienrummel der Fokus weg vom Sport rutscht. Nicht so jedoch bei Malaika Mihambo. Nach ihrem Triumph bei den Europameisterschaften in Berlin vergangenen Sommer hat sie nach einer mehrwöchigen Indien-Reise die vielen Eindrücke und Erfahrungen verarbeiten und sich gemeinsam mit ihrem Trainer Ralf Weber auf die neue Saison vorbereiten können. Man konnte also davon ausgehen, dass Malaika nicht zu der Sorte Topathleten gehört, die zunächst unter ihren Möglichkeiten bleiben. Doch wie stark die 25-Jährige zum jetzigen, noch frühen Zeitpunkt der Saison tatsächlich ist, hätte wohl kaum jemand erwartet.

Nach zwei „Vorbereitungswettkämpfen“ im 60m-Sprint und Weitsprung fand für Malaika am vergangenen Freitag das erste Kräftemessen mit den besten Weitspringerinnen der Welt beim ISTAF Indoor-Meeting in Berlin statt. Das Ziel war dabei klar definiert: Die guten Trainingswerte in Leistung umsetzen. So schnell wie jetzt war sie schließlich noch nie und je schneller der Anlauf ist, desto weiter kann man potenziell springen. Jedoch zeigte die Oftersheimerin in den ersten Versuchen Nerven. Nach zwei ungültigen Sprüngen zum Auftakt stand sie vor dem Druck, im dritten Durchgang in jedem Fall das Brett treffen zu müssen und einen gültigen Sprung zu machen. Und was macht Malaika? Sie bleibt cool, steigert ihre vorherige Hallenbestleistung um 22 Zentimeter und setzt sich mit 6,94m deutlich an die Spitze des Teilnehmerfeldes. Getragen von der tollen Stimmung war sie von nun an wie beflügelt und steigerte sich im vierten Versuch auf sagenhafte 6,99m, womit sie sich auf den 1. Platz der aktuellen Weltjahresbestenliste setzte – keiner ist in dieser Saison bisher also weiter gesprungen als Malaika. Bei ihrem letzten Sprung rundete sie diese eindrucksvolle Serie schließlich mit einer Weite von 6,98m ab und lies sich anschließend gebührend vom Publikum für ihren Meeting-Sieg feiern.

Alle Leichtathletikfans dürfen sich nun auf weitere zwei Wettkämpfe mit Malaika freuen – sie wird in den kommenden Wochen sowohl bei den Deutschen Hallenmeisterschaften als auch bei den Halleneuropameisterschaften an den Start gehen. Ob sie es noch im Winter schafft, die 7m-Marke zu knacken, oder ob sie sich dies für die Freiluftsaison aufhebt, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch sicher: Malaika wird alles dafür geben, um die magische Grenze zu überspringen!