Preisträger für die Anette-Albrecht-Medaille gesucht (19.5.22)

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Der Rhein-Neckar-Kreis informiert

Herausgeber:

Gemeinde Oftersheim - Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Rhein-Neckar-Kreis 2017

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Das Ganzheitliches Bildungs- und Beratungszentrum zur Förderung und Integration behinderter/chronisch erkrankter Frauen und Mädchen e.V. (kurz BiBeZ genannt) in Heidelberg feiert 2022 sein 30-jähriges Bestehen. Anlass genug, den vom Verein ausgelobten Integrationsförderpreis, die Anette-Albrecht-Medaille, an die „kleinen Helden“ des Alltags, die sich für Inklusion einsetzen, zu verleihen. Vorschläge möglicher Kandidaten bzw. Infos über die Vergaberichtlinien können unter www.bibez.de abgerufen werden. Telefonischer Kontakt:  Tel. 06221/ 60 09 08.

 

Anette Albrecht. Wie alles begann.
Der Ideengeber und aktives BiBeZ-Mitglied Thomas (Tom) Proft erinnert sich:  „Anette Albrecht  war schon eine außergewöhnliche und bemerkenswerte Frau. Obwohl sie durch ihre Glasknochenkrankheit im Rollstuhl saß und auf Rundum-Assistenz angewiesen war, verfiel sie nicht in das Trauma des Selbstmitleides. Im Gegenteil. Ihr Naturell versprühte eher Lebensfreude,  die ansteckend war. Sie war eine Kämpferin mit schier unendlicher Energie und dem Gespür für das Wesentliche. Sie war eine Frau, die etwas bewegen wollte. So traf sie sich in den 90ern Jahren (Inklusion war damals gesellschaftspolitisch noch ein Fremdwort) mit anderen behinderten Frauen um sich Gedanken über ihre Situation zu machen. Wie können sich behinderte Menschen selbst gegenseitig unterstützen und helfen? Ideen und Handeln waren angesagt. Aber wie sollte ein Weg aus der Isolierung der Behinderung gefunden werden, um, wie jeder andere "normale" Bürger, am sozialen und gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können? Sie hatten dann (nicht nur für Heidelberg) eine bahnbrechende Idee: Raus aus dem bis dato isolierten "Behindertenleben", hin zur Teilhabe am gleichwertigen sozial- und gesellschaftspolitischen Leben. Über Peer Counseling (in diesem Fall: Beratung von behinderten und chronisch kranken Mädchen und Frauen für behindert und chronisch kranke Mädchen und Frauen).
 
Die Umsetzung war ein sehr steiniger, anstrengender, mühsamer und langwieriger Weg. Es mussten Räumlichkeiten für die Beratung gefunden werden. Zudem musste das Ganze auch finanziert werden. Durch ihren unermüdlichen Einsatz und intensive Arbeit gelang es Anette Albrecht zusammen mit diesen Frauen, Räumlichkeiten für die direkte Beratung der Betroffenen zu finden und  eine Telefonhotline für die Menschen zu schaffen, die aufgrund ihrer Behinderung nicht selbst zur Beratung kommen konnten. Das war die Geburtsstunde  des BiBeZ  e.V.“

„Anette war und ist für mich stets ein Vorbild. Allein die Tatsache, dass ich diese Frau kennenlernen durfte erfüllt mich mit großer Dankbarkeit und Demut. Anette hat nicht nur mein Leben sondern auch das Leben vieler Menschen verändert. Ich verneige mich deshalb vor dieser kleinen Frau mit dem großen Kämpferherz.“ 

Mittlerweile ist das BiBeZ eine feste Institution in Heidelberg und Umgebung geworden und von dort auch nicht mehr wegzudenken. Das wurde auch mehrfach von der Stadtspitze Oberbürgermeiser Herrn Prof. Dr. Eckart Würzner in vielen Veranstaltungen gewürdigt und bekräftigt. 

Seit ihrer Gründung bis heute verdanken hunderte behindert und chronisch kranke Mädchen und Frauen diesem Verein, dass sie in wichtigen Lebensfragen- und lagen die nötige Hilfe und Unterstützung bekommen haben um ein selbstbestimmtes Leben zu führen.
Im August 2007 verstarb Anette Albrecht unerwartet. Um ihr Andenken zu wahren schlug Thomas Proft in einer Jahreshauptversammlung des BiBeZ vor, Anettes Vermächtnis in Form eines zu vergebenen Intergrationsförderpreises zu wahren. Der Antrag wurde einstimmig angenommen und vom BiBeZ-Team mit viel Herzblut in die Tat umgesetzt. Mittlerweile wurde der Preis unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters der Stadt Heidelberg Herrn Prof. Dr. Eckart Würzner insgesamt drei Mal vergeben. Das Förderpreisgeld von 1000,- Euro wird vom Amt für Chancengleichheit bereitgestellt.

Bisherige Preisträger*innen:

2012: Kirsten Ehrhardt und Ivan Inshakov, 2014: Raquel Rempp und Michaela Schadeck, 2017: Elisabeth Kröger. Bewerbungsschluss ist der 31.7.2022.